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Zillow führt Gebühren für Kontaktanfragen ein. Werden die Kreditgeber sich rächen?
Das populäre Immobiliensuchportal Zillow hat vor kurzem sein Preismodell für den Hypotheken-Marktplatz angepasst, was bei den Hypothekengebern auf erheblichen Widerstand stieß. Vor einigen Wochen gab die Internetseite bekannt, dass sie ein neues Preismodell für Leads (Lead: ein hergestellter Kontakt) zu den Hypothekengebern einführen wird.
Der Hypotheken-Marktplatz von Zillow wurde im Jahr 2008 gelauncht. Kreditnehmer können Darlehensanfragen für Hypotheken stellen und anschließend werden Angebote der Kreditgeber angezeigt. Grundsätzlich können Darlehensgeber kostenfrei eine uneingeschränkte Anzahl an Kreditangeboten unterbreiten, jedoch müssen sie Zillow eine „marktpreisabhängige Gebühr“ bezahlen, wenn Kreditnehmer sie hinsichtlich der Kreditangebote kontaktieren.
Zillow besteht darauf, dass der „Markt“ den Preis für jede Kontaktanfrage selbst bestimmen soll und das Immobilienportal selbst keinen festen Basispreis festlegen wird. Allerdings erweckt diese Preispolitik den Anschein, als ob Zillow den Preis an dem festmachen wolle, wie viel die Darlehensgeber für jede Kontaktanfrage bezahlen wollen bzw. können. Zillow wies daraufhin, dass die Kontakte des besagten Portals kostspieliger seien als Google Klicks auf Hypotheken-Schlagwörter, die sich durchschnittlich auf eine Summe zwischen 7-25 Dollar belaufen. Jeder Lead bei Zillow kostet zwischen 1 und 100 Dollar, wobei die Kreditgeber einen Maximalpreis pro Kontakt einrichten können. Darlehensgeber werden zudem aufgefordert, ihr Account mit mindestens 250 Dollar aufzuladen, damit Zillow automatisch den entsprechenden Betrag von ihrem Konto abbuchen kann.
Auf dem Forum des Portals wird deutlich, dass die Kreditgeber mit dem neuen System nicht zufrieden sind. Sie sind mürrisch gestimmt, weil sie keine Kontakttelefonnummern und Links zu anderen Kontaktsystemen mehr anzeigen dürfen, da Zillow nachverfolgen will, wann den Kreditgeber wirklich eine Kontaktanfrage erreicht. Zillow hingegen will eine spezielle Telefonnummer zum Kreditgeber angeben, die dann an seine eigentliche Kontaktnummer weitergeleitet wird. Der Portalbetreiber zeichnet zudem die Telefongespräche auf, um Fehlern vorzubeugen. Aus Sicht der Kreditgeber wird dies einerseits begrüßt, aber anderseits darauf verwiesen, dass diese Methode etwas „vage“ sei. Schon in der ersten Phase nach Einführung des neuen Preismodells, beschweren sich die Kreditgeber über abgebrochene Anrufe.
Der wichtigste Streitpunkt ist, dass Zillow nun den Kreditgeber zu Gebühren verpflichtet, wobei die Homepage bisher als kostenfrei sowohl für Käufer als auch für Kreditgeber bekannt war. Auch für Immobilienmakler waren Kontaktanfragen aus Beratungsforen bisher frei von zusätzlichen Gebühren.
In einer Mitteilung an die Kreditgeber gab Zillow bekannt, dass der freie Marktplatz, der im April 2008 online ging, ein „Experiment“ gewesen sei, um herauszufinden, ob man Kreditnehmer und –geber über die Internetseite verbinden könnte. Das Projekt war erfolgreich und Zillow verzeichnet nun im Durchschnitt 50.000 Kreditanfragen im Monat, die von mehreren Tausend Kreditgebern bearbeitet werden. Nichts bleibt wohl umsonst für immer.