Chefredakteur des Wired Magazine hält Vortrag zu Freemium Business Modellen

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Der Chefredakteur des Wired Magazine, Chris Anderson, hielt an der Startup School kürzlich einen Vortrag über Freemium Business Modelle. Freemium ist ein Geschäftsmodell, bei dem Basisdienste gratis angeboten werden und für weitere Dienste ein Preis verlangt wird. Anderson verglich Freemium mit dem Vergeben von Muffins auf der Straße, um Menschen dazu zu bringen Muffins zu essen. Mit der Vergabe von Muffins sei jedoch ein erheblicher Kostenaufwand verbunden. Bei digitalen Waren, könne man 90 Prozent des Produkts umsonst anbieten, ohne dass dabei Kosten für diese Waren entstehen.

Laut Anderson ist es in Ordnung, dass die Minderheit der zahlenden Nutzer (paid users)  für die Mehrheit zahle, weil die freien Nutzer (free users) die Produkte weiterempfehlen. Allein die Weiterempfehlung ist eine bedeutende Marketingchance. „Paid user“ sind häufig sehr gute Kunden, sie werden das Produkt größtenteils unabhängig vom Preis nutzen.

Das Wired Magazine wird in verschiedenen Formen verkauft: am Kiosk, als Abonnement und in digitaler Form online. Es gibt eine Preissegmentierung, die darauf aufbaut: Viele Ausgaben werden zum Nulltarif verteilt. Die Papierausgabe ist das Premium. 90.000 Kunden für die Kiosk Ausgabe, 800.000 Kunden für 1 Dollar pro Monatsabonnement.

Anderson stellte seine Vorstellung am Beispiel des populären, kostenlosen Spiels Club Penguin vor. Eltern wollen demnach nicht für Spiele aus dem Fernsehen mit der Kreditkarte bezahlen. Bei Club Penguin aber sehen sie, dass ihr Kind ein Iglo gebaut hat und Freunde hat. Gegen Bezahlung kann das Kind in das Iglo einziehen etc. Es ist einfacher auf diese Weise, die Eltern zur Zahlung mit der Kreditkarte zu bewegen, als wenn das Kind ein Spiel haben will, das es kurz zuvor in der Fernsehwerbung gesehen hat.

Wofür werden Menschen zahlen? Sie zahlen für Zeitersparnis. Junge Menschen haben mehr Zeit als Geld. Ältere Menschen haben mehr Geld als Zeit. Anderson erläuterte unterschiedliche Strategien für Freemium Modelle:

Limitierte (begrenzte) Features

Geben Sie dem User anfangs wirkliche Nutzungsfunktionen. Aber geben Sie im anschließend die Möglichkeit mehr Anwendungen zu nutzen, wenn er dafür bezahlt. Dazu müssen Sie zusätzliche Produkte und Anwendungen neben dem Basispaket anbieten.

Zeitlimitierung

Einfach anzuwenden, aber es gibt weniger Entschlossenheit und Engagement auf der Kundenseite.

Kapazitäten begrenzen
Leicht zu machen (z. B. die Anzahl von Megabytes in einer E-Mail-Box), aber es funktioniert nicht immer für alle Produkte.

Teilnehmerbegrenzung

Eine Teilnehmerbegrenzung ist leicht zu integrieren. Jedoch funktioniert diese Begrenzung nicht für jedes Produkt und Teilnehmer können „tricksen“, indem sie Zugänge in Teams von mehreren Personen nutzen.

Kundenklassenlimitierung

Sie können ebenfalls eine Kundenklassenlimitierung einführen. Bizspark von Microsoft ist zum Beispiel kostenlos für Unternehmen, die jünger als 3 Jahre alt sind und deren Einkommen unter 1 Million liegt.

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